VISIONEN im GEIST,
den HORIZONT im BLICK & das LEBEN im VISIER


© Amy Brown
Neues Jahr

2010. Zum ersten Mal in diesem Jahrtausend hinten zweistellig. Zum ersten Mal geschrieben am 07. Januar. 

Meine Lieblingszahl war 1985. Ich lag an Sylvester auf dem Sofa meiner Eltern. Mein kleiner Körper auf dem typischen braun-organgenem Bezug der 80er. Kurz vor 0:00. Die Vorfreude auf das Feuerwerk und die hausgemachten Berliner konkurrierte mit der kindlichen Müdigkeit. Und ich kann mich sehr genau daran erinnern, dass ich dachte, dass 85 doch eine viel schönere Zahl als 86 sei... manche Gedanken, manche Momente vergisst man nie.

Heute also 2010. Optisch jedenfalls schon mal schöner als 2009....

 

16.1.10 18:56


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August 2009

... wieder August. Wieder Spätsommer. Wieder ein Jahr älter.

Ich fahre mit dem Rad über die Promenade, die Welt kleidet sich bereits im Herbstgewand. Schöne Farben, schöne Stimmung. Etwas melancholisch und doch hat es 'was Gemütliches.

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30.8.09 13:27


"Blick nach vorne - nicht zurück"  - sogar die Anatomie gibt dies Vorgehensweise vor. Hinten keine Augen, Füße nach vorne gerichtet.

Zurzeit bevorzuge ich häufig die waagerechte Positionierung meines Körpers im Raum - möglicherweise eben aus diesem Grund. Liegen als Legitimierung unerwünschter Unbeweglichkeit... Körper spiegelt Seele?

Ich schlafe viel. Viel mehr als gewöhnlich. Gewöhnlich klingt komisch. Früher? Normalerweise? Als sonst? Egal. Jedenfalls irgendwas vor 'zurzeit'.

Das was mich immer wieder aufstehen lässt, ist die Hoffnung auf das Widerkehren eines mir bekannten Gefühls: Ein Mein Leben zu leben.

3.6.09 00:13


Alltäglich Besonders

 

* zaubern ein lächeln auf deine lippen * kosten den geschmack deiner küsse * fühlen deine fiebrigen blicke * tief einatmen den duft deiner zarten haut * versinken in deinen armen * das schwinden der zeit erleben * deine sehnsucht stillen * mit die erwachen * GLÜCK.

So.etwas. verpackst Du für mich in Alltäglichkeiten.... wie einen KaffeePottUntersetzer. Und ich weiß, Du fühlst so. Irgendwie. 

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16.3.09 23:20


Kopfknäul

Ein Knäuel aus Gedanken, aus Gefühlen, aus Angst in meinem Kopf. Knäuel ist schon ein komisches Wort. Eine kugelförmige Masse, festgezurrt in monatelanger Schwerstarbeit und scheinbar ohne Anfang und ohne Ende. Scheinbar. Denn langsam, ganz langsam spüre ich an einer noch nicht klar lokalisierbaren Stelle, dass sich irgendwo ein Faden zu befreien versucht. Ja, ich rauche zuviel, ich trinke zuviel, ich unternehme zu wenig. Noch immer. Doch ich weine nicht mehr jeden Tag, der Gedanke an Dich ist nicht mehr ganz so schmerzlich, manchmal jedenfalls. Ich lasse den Gedanken zu, dass ein Teil meines Schmerzes sich in Selbstmitleid suhlt... vielleicht weil es vermeintlich einfacher ist, als Konsequenzen zu (er)tragen. Vielleicht weil Leid prädestiniert ist als Entschuldigung herzuhalten.

Was tut mir weh? Die Tatsache, dass ich mir mein Verhalten nicht verzeihen kann? Zu sehen, wie traurig Du bist? Nicht zu wissen, ob es der richtige Weg ist? Keine klare Entscheidung treffen zu können? Alles zusammen, irgendwie.

Ich bin nirgendwo Ganz und Gar. Sehne mich nach Klarheit und Kraft für eine eindeutige Entscheidung. Ich vermisse mein Leben, vermisse mich, so wie ich mich bisher kannte. Es fällt mir schwer zu akzeptieren, dass die Frau der letzten Monaten genauso so 'ich' ist. Es ist so einfach zu sagen "ich erkenne mich gar nicht wieder".

Ich will lernen nicht immer nur zurück zu blicken. Will endlich wieder eine Perspektive schaffen, will eine Leben leben, dass lebenswert ist. Keine großen Sachen, einfach nur nicht als Knäuel zusammengeknüllt. Einen Spagat zwischen Verdrängung, Oberflächlichkeit und einem gesunden Maß an Selbstachtung, und nach vorne gerichtetem Blick.

Ich habe mich in einer Weise verhalten, die ich verabscheue. Ich habe Dir weh getan und trage den Schmerz die ganze Zeit mit mir herum. Ich habe etwas falsch gemacht und ich schäme mich so sehr dafür. Manchmal wünsche ich mir eine Art  "Strafe", vielleicht weil ich mir einrede, dass es dann leichter zu ertragen wäre. Ich würde vermutlich vieles tun, um meine Schuld zu begleichen. Und darum versuche ich mich selbst zu bestrafen, in dem ich leide und leide. In Momenten wie diesen hier und jetzt komme ich mir unendlich blöd vor. Wann kann ich endlich dazu stehen, dass dieser Mensch, den ich am liebsten auslöschen würde genauso ICH bin, wie der, der gerade hier schreibt und versucht das Knäuel zu entwirren?

 

22.2.09 14:00


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